Ida Gerhardi

Kurzbiografie

Ida Gerhardi wurde als Tochter eines Arztes in Hagen geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters 1869 zog die Familie zu Verwandten nach Detmold, wo die Künstlerin 20 Jahre lebte und ihre Kindheit und Jugend verbrachte. 28-jährig konnte sie ihren Wunsch nach einem Studium der Malerei durchsetzen. Zunächst studierte sie 1890 an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins, vornehmlich bei der Landschaftsmalerin Tina Blau .

1891 ging sie nach Paris und studierte dort in den folgenden Jahren an der Academié Colarossi, einer Privatschule, die vor allem bei jungen Frauen und ausländischen Studierenden beliebt war, da die staatliche Akademie für diese schwer zugänglich war. Eng befreundet war sie mit der Malerin Jelka Rosen und dem Komponisten Frederick Delius, für dessen musikalische Aufführungen sie sich in Deutschland einsetzte (z.B. 1897 deutsche Erstaufführung in Elberfeld). Seit 1900 stand sie in Kontakt mit dem Bildhauer Auguste Rodin und wenig später schloss sie sich dem Künstlerkreis des  Café du Dome am Montparnasse an. Sie pflegte in Paris und Deutschland Künstlerfreundschaften mit Käthe Kollwitz, Ottilie Roederstein, Maria Slavona, Friedrich Ahlers-Hestermann, Franz Nölken sowie zu den Kunstsammlern und Kunsthistorikern Wilhelm Uhde, Otto Ackermann und Walter Kaesbach.

Gerhardi engagierte sich bei der Vermittlung von Kunstwerken, ihrem Verkauf und der Organisation von Ausstellungen. Sie machte den Hagener Museumsgründer Karl Ernst Osthaus mit Rodin und Aristid Maillol bekannt und vermittelte Ankäufe für dessen Museum in Hagen, das heutige Karl Ernst Osthaus-Museum. 1907 organisierte sie eine Ausstellung französischer Kunst in Berlin (Kunstsalon Schulte) und 1910 eine Ausstellung deutscher Kunst in Paris (Tendence Nouvelle am Champs-Elysée). Zur Kunstvermittlung und zu Portraitaufträgen reiste sie nach Leipzig, Berlin, Weimar und Hagen.

Sie war mit ihren Werken an Ausstellungen in Paris im Salon de la Societé Nationale, Salon de Independants und in Deutschland bei der Berliner Sezession, Münchner Sezession vertreten. Aus Gesundheitsgründen musste sie 1913 ihr Pariser Atelier aufgeben und lebte fortan in Lüdenscheid im Haus der Familie. Nach ihrem Tod 1927 wurde sie in Detmold im Familiengrab beigesetzt.

 

Quelle: wikipedia