Über das Projekt

 

 Die Jubiläumsausstellung der Malerin Ida Gerhardi kommt vom 9. Juni bis zum 21. Juli 2013 nach Schieder-Schwalenberg. Anlässlich des Jubiläums wird das Musical „Ida“ einstudiert und durch OWL touren. Nach einer Idee der Historikerin Melanie Blank (Konzeption und Libretto) werden die Künstlerin Maria Kübeck (Theater, Bühnenbild und Multimedia), die Musikpädagogin Marina Droschewski (Komposition) und die junge Tänzerin Sina Grüttemeier (in Ausbildung als Tanzpädagogin) das bewegte Leben der Malerin in 11 Szenen mit einem Laienensemble auf die Bühne bringen. Das Ensemble besteht aus Jugendlichen, die im Übergang von Schule in den Beruf sind, und Senioren, die unter dem Dach des „Kulturbauhauses“ bei der AWO-Bielefeld dieses Musical gemeinsam einstudieren.

 

 

 

 

 

Musicalprojekt „Ida“ – Das bewegte Leben der Malerin Ida Gerhardi kommt im Sommer 2013 als Laienmusical auf die Bühne

 

 

Ida Gerhardi (1862 – 1927) war eine Pionierin der Malerei der Moderne. Aus Detmold brach sie 1891 mit 29 Jahren auf, um die Kunstmetropole Paris zu ihrer zweiten Heimat zu machen. Dort studierte sie an der berühmten Académie Colarossi. Ihr Ziel: mit Kunst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie spezialisierte sich auf Porträtmalerei und erhielt erste Aufträge. 1894 malte sie den preußischen Militärattaché von Schwartzkoppen, der zu diesem Zeitpunkt in die Dreyfus-Affäre verwickelt war. Damit gelang es Ida Gerhardi im turbulenten Pariser Ausstellungsgeschehen Fuß zu fassen. Sie pflegte Kontakte zu Künstlern und Künstlerinnen wie Auguste Rodin und Käthe Kollwitz. Mit der Berlinerin eroberte sie das Pariser Nachtleben. Hier fand Ida in den Vergnügungslokalen und in den düsteren so genannten Apachenkneipen ihre Motive, die sie in faszinierenden Momentaufnahmen festhielt. Ihre Porträtaufträge führten sie bis nach London. Sie war auf den bedeutenden modernen Kunstausstellungen mit ihren Arbeiten vertreten. Leben konnte sie von ihrer Kunst dennoch nicht. Ihre Biographie spiegelt sowohl die Schwierigkeiten einer hervorragenden Künstlerin wider, sich im Kunstbetrieb der Moderne zu behaupten als auch die wechselhafte deutsch-französische Geschichte. Gerhardi verstarb 1927 völlig verarmt und mittellos in Lüdenscheid und wurde im Familiengrab in Detmold bestattet.

(Manfred Strecker berichtete in der NW vom 6. 11.2012.)

 

Selbstbildnis von Ida Gerhardi auf wikicommons